Akkreditierung
Akkreditierung von MBA-Programmen
Da Akkreditierungen dynamisch verlaufen – einige Hochschulen erhalten Akkreditierungen neu, andere verlieren ihre Akkreditierung –, kann jedem Studierenden nur dringend geraten werden, sich im Internet über den tatsächlichen, aktuellen Stand der Akkreditierung zu informieren.
International sind die Akkreditierungen von AACSB, EQUIS, AMBA am renommiertesten. Im deutschsprachigen Raum ist es die FIBAA. Fakt ist: Die Akkreditierung spielt bei der Wahl des passenden Master-Programms eine wichtige Rolle. Weltweit betrachtet gibt es zwei grundlegend unterschiedliche Ansätze der Akkreditierung im Hochschulbereich:
- erstens die institutionelle Akkreditierung ganzer Hochschulen/Business Schools (z.B. EQUIS, AACSB, Österreichischer Akkreditierungsrat),
- zweitens die Programmakkreditierung (z.B. FIBAA, AMBA).
Akkreditierungsstellen
Folgende Akkreditierungsstellen sind für Sie wichtig:
USA = AACSB – The Association to Advance Collegiate Schools of Business
Die AACSB ist in den USA die zentrale Akkreditierungseinrichtung für MBA-Anbieter und auf die Akkreditierung in den Bereichen Business und Accounting spezialisiert. Durch die Fokussierung auf ganze Fachbereiche gilt jedes MBA-Programm einer AACSB-akkreditierten Hochschule als hochwertig. Rund 620 Institutionen hat die AACSB bisher akkreditiert, davon über 135 außerhalb der USA. In den USA haben damit nur knapp 30 bis 40 Prozent der Business Schools eine AACSB-Akkreditierung.
Aufgrund der hohen Reputation des AACSB greifen viele Hochschulen zu einem Trick: Sie werben mit einem offiziellen AACSB-Siegel, obwohl sie lediglich nur Mitglied bei der AACSB sind oder über eine "Partneruniversität" den Bezug zur AACSB herstellen können. Der Missbrauch der "Partnerschaft" bzw. "Mitgliedschaft" hat solche Ausmaße angenommen, dass die AACSB eine eigene Task-Force eingerichtet hat, um Verstöße zu ahnden.
Genau hinsehen ist deshalb Pflicht für jeden, der einen MBA-Titel anstrebt. Eine vollständige Liste der akkreditierten Hochschulen ist unter http://www.aacsb.edu/accreditation/AccreditedMembers.asp zu finden.
Hochschulen mit AACSB-Akkreditierung (Stand November 2012):
Deutschland:
In der offiziellen Liste der AACSB International befinden sich lediglich acht akkreditierte Institutionen in Deutschland:
- Universität Mannheim, Fakultät für Betriebswirtschaftslehre, Mannheim Business School (03/2000)
- Handeslhochschule Leipzig (04/2004)
- Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt/Main, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften (01/2005)
- WHU - Otto Beisheim School of Management Vallendar/Koblenz (12/2010)
- Universität Münster (04/2011)
- RWTH Aachen (04/2011)
- Hochschule Pforzheim, Fakultät für Wirtschaft und Recht (08/2011)
- ESMT European School of Management and Technology, Berlin (04/2012)
Neun weitere Hochschulen sind Mitglied beim AACSB und befinden sich teilweise in dem bis zu fünf Jahre dauernden Akkreditierungsprozess:
- Berlin School of Economics and Law/HWR Berlin
- EBS Universität für Wirtschaft und Recht, Wiesbaden
- Frankfurt School of Finance & Management
- German Graduate School of Management & Law (GGS), Heilbronn
- Munich Business School
- Reutlingen University/ESB Business School
- University of Cologne Faculty of Management, Economics and Social Sciences
- Ingolstadt University of Applied Sciences
- University of Duisburg-Essen/Mercator School of Management
Schweiz:
Drei Hochschulen in der Schweiz konnten die Voraussetzungen der AACSB-Akkreditierung erfüllen:
- Universität St. Gallen (01/2004)
- International Insitute for Management Development (IMD), Lausanne (01/2004)
- Universität Zürich (08/2010)
Elf weitere Hochschulen sind Mitglied beim AACSB und befinden sich teilweise in dem bis zu fünf Jahre dauernden Akkreditierungsprozess.
EU = EQUIS – European Quality Improvement System
Equis wurde 1997 von der European Foundation for Management Development (efmd) in Brüssel eingeführt. Überprüft wird bei diesem System die Institution als Ganzes und nicht das einzelne MBA-Programm. Laut EQUIS haben 2012 in Deutschland die EBS in Oestrich Winkel, die WHU in Koblenz und die Uni Mannheim eine EQUIS-¬Akkreditierung. In der Schweiz sind die Uni St. Gallen, die HEC-Lausanne, die Uni Zürich und das IMD von EQUIS akkreditiert. In Österreich hat lediglich die WU-Wien eine EQUIS-Akkreditierung. Insgesamt sind 120 Institutionen in 32 Ländern akkreditiert. Damit repräsentiert EQUIS rund zehn Prozent der Business Schools. 30 Bewerber fielen nach EQUIS Angaben bisher durch, darunter auch einige hoch renommierte Hochschulen.In Deutschland hat sich diese Akkreditierung bisher nicht durchgesetzt. Mit EPAS ist nun auch die Programmakkreditierung von der efmd aufgegriffen worden. Lediglich die Universität Augsburg und die Frankfurt School of Finance & Management hat mit einem Programm den Prozess erfolgreich durchlaufen. EQUIS veröffentlicht keine Gutachten und Akkreditierungsberichte.
EQUIS-akkreditierte MBA-Anbieter:
http://www.efmd.org/html/home.asp
UK = AMBA – Association of MBAs
Im Gegensatz zu AACSB und EQUIS bewertet die englische AMBA MBA-Programme im Einzelnen. Der Akkreditierungsservice von AMBA ist primär an Nachfrager von MBA-Programmen gerichtet. Deswegen soll sichergestellt werden, dass der Evaluations- und Akkreditierungsprozess seine Unabhängigkeit und Integrität bewahrt, und somit als Qualitätsgarant für hervorragende Managementausbildung bestehen bleibt. Die Evaluation erfolgt durch einen sogenannten Peer-Review, welcher von AMBA-Gutachtern durchgeführt wird, die hauptsächlich Dekane oder MBA-Direktoren akkreditierter Institute sind.
Die Association of MBAs wurde 1967 von acht britischen Absolventen der Universitäten Wharton, Harvard und Columbia gegründet und galt lange als Interessenvertretung der britischen MBA-Absolventen. Zweites Standbein war die Vergabe von Studienkrediten. Diese Funktionen nimmt sie auch heute noch als Aufgabe neben der Akkreditierung wahr. Zurzeit setzt sich die Vereinigung aus Programmen bei über 190 akkreditierten Institutionen in 75 Ländern zusammen und verfügt über ein Netzwerk von über 9000 Mitgliedern, die in 88 Ländern leben und arbeiten. AMBA setzt wie der AACSB auf ein rasantes internationales Wachstum. Allein zwischen 2010 und 2012 wurden Programme an über 30 Hochschulen neu akkreditiert. Von den Programme in Großbritannien sind lediglich noch rund 25 Prozent von der AMBA akkreditiert. Im deutschsprachigen Raum haben laut AMBA die MBA-Programme folgender Bjusiness-Schools eine AMBA-Akkreditierung: Uni Mannheim, IMD, Grenoble Graduate School of Business, HEC Genf, HEC Lausanne, WU Wien, GISMA, ESMT, EBS/Durham, TIAS/NIMBAS, Maastricht School of Management, ESCP-Europe sowie das Lorange Institute of Business - die frühere GSBA. AMBA veröffentlicht keine Gutachten und Akkreditierungsberichte.
AMBA-akkreditierte MBA-Programme:
http://mba.studylink.com/amba/accredited/accredited.html
Deutschland
In Deutschland werden die Akkreditierungen von MBA-Programmen überwiegend von den Agenturen AHPGS, ASIIN, AQUIN, AQAS, FIBAA und ZEvA durchgeführt.
Alle in Deutschland akkreditierten Akkreditierer und die weiterführenden Links:
www.akkreditierungsrat.de
Vertiefende Inhalte in der Buchausgabe
- Wichtige Akkreditierungsstellen
- Europäische Hochschulen mit AACSB-Akkreditierung
- Rankings oder Akkreditierung - was bürgt für Qualität?

