Der MBA – Master of Business Administration
Zielgruppe für einen MBA

Zielgruppe für einen Master of Business Administration (MBA) als weiterbildendes Studium sind hauptsächlich berufserfahrene Hochschulabsolventen aus den Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften mit Management-Ambitionen, aber mit geringen oder keinen Vorkenntnissen in BWL. Für ausgebildete Diplomkaufleute ist ein MBA meist weniger lohnend als für Umsteiger aus anderen Fachbereichen.
Falle für MBA-Studenten
Einen Masterabschluss erhalten nur die Studierenden, die 300 ECTS Credits nachweisen können, so die Feststellung der Kultusministerkonferenz (KMK). Diejenigen, die nach dem Bachelor erst in einen Beruf und dann in einen weiterbildenden Master wechseln wollen, haben damit zukünftig ein gravierendes Problem. Weiterbildende Master haben in der Regel nur 60 bis 90 ECTS Credits, da sie sonst von den Akkreditierungsagenturen als nicht studierbar angesehen werden. 90 Prozent aller Universitäten und rund 60 Prozent aller Fachhochschulen bieten dagegen zurzeit nur dreijährige Bachelor-Studiengänge an, die mit 180 ECTS Credits abschließen.
Die KMK Vorgabe führt dazu, dass immer mehr Hochschulen in ihre Master-Prüfungsordnungen hineinschreiben, dass sie nur Studierende mit 210 oder 240 Credits aus dem Bachelor aufnehmen. Derzeit kann man den Bachelor-Studierenden nur raten, in einen konsekutiven Master und nicht in den Beruf zu wechseln. Bildungspolitisch werden durch die 300 ECTS Credits die Ziele von Bologna sowie kürzere Studienzeiten, Mobilität und lebenslanges Lernen eher behindert als gefördert. Mittlerweile fordert selbst die Hochschulrektorenkonferenz mit diesem Unfug aufzuhören („international unüblich und hinderlich“).
Was ist ein MBA?
Für das Verständnis von MBA-Programmen sind die 1997 entwickelten European MBA-Guidelines von zentraler Bedeutung. Sie wurden von Bildungsexperten aus 19 Europäischen Ländern und den USA erarbeitet und gelten als Richtschnur für die Erwartungen an MBA-Programme.
Ein Master of Business Administration-Programm sollte folgende Punkte erfüllen:
- Der MBA ist ein Postgraduate-Abschluss auf Master-Level und muss daher den entsprechenden Qualifikationsrahmen erfüllen. Das Zulassungsverfahren setzt in der Regel einen ersten akademischen Abschluss oder eine gleichwertige Vorbildung voraus. Zulassungsbedingungen können nur niedriger angesetzt werden, wenn Kandidaten entsprechende Weiterbildungen und Praxiserfahrung nachweisen können
- Der MBA setzt mindestens zwei bis drei Jahren Berufserfahrung voraus, Ziel ist es eine Karriere zu beschleunigen oder eine neue Richtung zu geben. Programme, die Absolventen den ersten Berufseinstieg ermöglichen, sollten einen anderen Abschluss vergeben.
- Der MBA ist ein generalistischer Abschluss. Aus diesem Grund sollte der MBA das Wissen verbreitern. Spezialisierte Master sollten nicht als MBA bezeichnet werden.
- Inhalt eines MBA-Programms sollten alle funktionalen Managementbereiche sein. Dazu gehören Accounting, Finance, Marketing, Operations Management, Informations Management, Law und Human Resource Management. Neben dem Erwerb von Wissen sollte auch die persönliche Entwicklung (Entscheidungsfindung, Teamarbeit, Leadership Skills, unternehmerisches Potenzial, Verhandlungsfähigkeit, Kommunikation und Präsentationstechniken) der Teilnehmer gefördert werden. Das Programm sollte dem Teilnehmer Wahlfächer anbieten und es ihm so ermöglichen, einen Schwerpunkt zu wählen.
- Ein MBA-Programm sollte eine Studienzeit von mindestens einem Jahr (Vollzeit) haben oder den entsprechenden zeitlichen Umfang bei Teilzeitprogrammen.
- Der MBA erfordert ein Minimum von 400 Unterrichtsstunden oder strukturiertem Kontakt. Insgesamt sollte das Programm mindestens 1200 Stunden persönliche Arbeit beinhalten. (Die MBA-Guidelines wurden vor der Bolognaerklärung 1999 entwickelt. Ein Master Programm das die Bolognavorgaben erfüllt, muss seit dem Jahr 2000 mindestens 60 Credits maximal 120 Credits umfassen. Ein Credit umfasst 25 bis 30 Zeitstunden. In Deutschland sind 30 Zeitstunden als Minimum vorgeschrieben. Damit muss ein MBA in Deutschland mindestens 60 Credits, also 1800 Zeitstunden umfassen. Rund ein Drittel davon machen Lehrveranstaltungen aus.)
- Das MBA-Programm sollte intellektuell fordernd sein und ein erhebliches persönliches Investment und persönliche Anstrengung erfordern.
- Die Zulassung sollte durch einen strengen Auswahlprozess erfolgen, der sicherstellt, dass nur qualifizierte Bewerber Zugang zum Studium erhalten.
- Die Teilnehmer an einem MBA-Programm sollten durch strenge Prüfungen und intensives Arbeiten beweisen, dass sie die entsprechenden Lernziele auf Master-Level erreichen.
(Quelle: EQUAL/EFMD)



